Emotionales Stressmanagement

Gefühle – unsere steten Begleiter im Stress!

Schließ‘ doch einfach mal die Augen und denke kurz an Deine letzte stressbehaftete Situation. Wo warst Du da, was hast Du gemacht, wer war da bei Dir? Was hast Du in der Situation gedacht und wie hast Du dich gefühlt?

Bei Stress sind neben unseren Gedanken auch immer Emotionen* beteiligt. In Stresssituationen findet immer automatisch ein Abgleich der Gegebenheit mit unseren bisherigen Erfahrungen, Präferenzen, Wünschen, Zielen und Werten statt. Durch diesen Vergleich stellen wir schlicht fest, ob wir in Gefahr sind. Gefahr meint hier nicht nur die reale, objektive Gefahr beispielsweise durch drohende Unfälle oder Krankheiten. Vielmehr die Bedrohung unserer Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen bzw. unserer Ziele. Um diese zu schützen und zu verteidigen liefern uns Emotionen Impulse und mit denen Handlungsimpulse um mit der jeweiligen Situation umzugehen. Emotionale Reaktionen sind im Laufe der Evolution entstanden, um uns zu unterstützen unsere Bedürfnisse zu schützen und unsere Ziele bestmöglich zu erreichen.

Frau schlägt die Hände vor dem Gesicht zusammen - Gefühle

Die subjektive Bewertung entscheidet, wie wir auf Stressoren emotional reagieren

 Bei diesem Abgleich und der Bewertung spielt auch immer die subjektive Bewertung eine Rolle. Für die eine stellt die Begegnung mit einer Spinne beispielsweise eine stressauslösende Situation dar – für die andere überhaupt nicht. Emotionen haben immer Signalwirkung und sind daher stark spürbar, damit wir den Handlungsimpulsen nachgehen – quasi sind sie Verbündete im Umgang mit der Stresssituation. Wie das rot der Ampel als Signal stehen zu bleiben – geben uns Emotionen ihre Botschaft mit. Die Frage ist dann – wie gehen wir damit um? Erkennen wir den Handlungsimpuls und gehen ihm nach? Und wie bewerten wir die auftretenden Emotionen – als eher hinderlich und eher negativ oder nehmen wir sie eher förderlich, positiv wahr?

Emotionen sind immer sinnvoll - auch wenn sie sich unangenehm anfühlen

Viele von uns machen hier nach Art der Emotion einen Unterschied und bewerten einige Gefühle positiv und andere wiederum negativ. Viele Menschen haben oft Schwierigkeiten Gefühle zu beschreiben oder herauszufinden, welche Gefühle gerade präsent ist. Einige empfinden Gefühle diffus und nicht klar andere leiden unter „starken“ Gefühlen. Das hat zum einen mit der Verarbeitung zu tun aber auch damit, dass wir geprägt wurden durch Zeitgeist, Gesellschaft. Auch haben viele von uns von klein auf verinnerlicht bekommen, dass bplsw. Wut, Angst oder Trauer eher „unangenehme“ Emotionen darstellen und im schlimmsten Falle lieber unterdrückt werden sollten. Grundsätzlich sind Emotionen jedoch – alle – immer sinnvoll, denn sie wollen uns als Signal etwas „mitteilen“, dass für uns und unseren Körper essentiell ist. Um heute einen anderen Umgang mit Emotionen zu kultivieren, lohnt es auf den für uns positiven Sinn der Emotionen zu schauen. 

Emotionen können uns unterschiedliche Impulse liefern

  • Traurigkeit kann uns z.B. darauf aufmerksam machen Verluste (von Menschen, Plänen, Zielen) anzunehmen und zu verarbeiten, Gewohntes oder geliebtes loszulassen, Veränderungen zu akzeptieren und uns für Neues zu öffnen.
  • Die Angst schärft unsere Sinne und Wachsamkeit, lässt uns hoch aufmerksam und konzentriert sein und versetzt uns in eine Lage hoher Handlungsbereitschaft.
  • Wut gibt uns das Signal unsere Grenzen zu wahren und Bedürfnisse zu verteidigen. Sie hilft uns aktiv zu werden, Klarheit zu schaffen und ggf. auch uns durchzusetzen.
  • Mit dem Gefühl von Hilflosigkeit besinnen wir uns auf unsere Ressourcen, hinterfragen Dinge und fokussieren uns oft auf Details.
  • Durch die Einsamkeit prüfen wir unsere Bedürfnisse, betreiben (Selbst-)Fürsorge und treiben uns an für neue Kontakte.

 

Die Signalwirkung von Emotionen verliert an Bedeutung, wenn sie stetig wird

Ampelsignal - Rot

Wir können die Signalwirkung von Emotionen jedoch nur wahrnehmen, wenn sie nicht immer an ist und nur dann dem Handlungsimpuls folgen, wenn er auch wieder aufhört. Ein Signal, das immer an ist, hat keinen Informationsgehalt mehr. Eine Ampel, die 5 Stunden auf rot steht verliert auch ihre Wirkung und keiner würde mehr darauf achten. Wer ständig und immer gestresst ist, der verliert auf Dauer ggf. den Zugang zu seinen Emotionen und somit eines der wichtigsten Leit- und Warnsignale unseres Körpers. 

Durch die Betrachtung der Sinnhaftigkeit und dem Erkennen der Chancen und Möglichkeiten durch Emotionen ist es uns vielleicht möglich Gefühle besser zu tolerieren, zu akzeptieren oder zu regulieren.

Gefühle akzeptieren heißt im übrigen nicht, dass wir die auslösende Situation akzeptieren müssen. Durch die Analyse können wir jedoch einen anderen Umgang damit finden.

Vielleicht mögt Ihr das nächste Mal, wenn ihr eine für Euch zunächst negativ bewertete Emotion nochmal betrachten und Euch fragen, was ist hier die positive Intention und welchen Handlungsimpuls gibt sie mir? 

Im Stressmanagement Coaching liegt ein Schwerpunkt auf der Analyse, Akzeptanz, Toleranz und Regulation von Gefühlen. Das unterstützt dabei, Gefühle als weniger bedrohlich zu empfinden und Fördert die Fähigkeit den Nutzen auftretender Gefühle zu erkennen und deren Handlungsimpulse auf ihren Einsatz hin abzuwägen. Mehr zum Stressmanagement-Coaching findet Ihr hier.

 

 

*Zur Vereinfachung unterscheide ich in dem Artikel nicht zwischen „Emotion“ und „Gefühl“ und beschränke mich nicht nur auf Basisemotionen.

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